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Alles gut, weil alles NEU?

Wenn wir heute über kulturelle Veränderungen der Arbeit philosophieren und debattieren, dann geht meist nichts ohne „New Work“. New Work, das ist kosmopolitisches BuzzWord. Das hängt dem einen aus den Ohren, dem anderen tagtäglich nach. Und, es hört sich, wenn ernstgenommen, nach "alles einreißen" und "von vorne anfangen" an.

Und aller Anfang ist schwer. Für jeden von uns und vor allem für ein Land wie Deutschland. Im Land solider Wertarbeit soll der Wert der Arbeit neu bestimmt und mit ihm alles bisher Dagewesene zum Feindbild erklärt werden.

Aber was, wenn New Work die Arbeit nicht neu erfindet, sondern einfach besser macht? Ist dann der Weg zur Veränderung leichter?

Wenn „Besser“ für jeden gilt. Nicht nur für den Arbeitnehmer. Sondern auch den Arbeitgeber. Für Frau und Mann. Für uns und für die Menschen, die Teil der Zukunft unseres Landes sind. Und für die, die es noch sein werden.

New Work verlangt nach kollektivem „Gemeinsame-Sache-Machen“. Denn jede Veränderung braucht vereinte Kräfte. New Work sucht Helden, die mutig vorangehen - von oben, aus der Mitte und oft auch als Bewegung von ganz unten. New Work wird auch getragen von dem unbedingten Willen einer Organisation, sie selbstentschlossen umzukrempeln. New Work wird aber auch getragen von der Haltung eines Landes und ist immer eingebettet in die Lage der Welt.

In einem Land wie Deutschland also, ein Land auf mentalem Rückzugskurs und in Zeiten globaler Schockstarre sind neue Ideen zwar wichtiger denn je, das „ins Machen kommen“ aber ein enormer Kraftakt.

Julia/OYW bei der Podiumsdiskussion zum Thema "Wertsache Arbeit" beim Auftaktforum des Equalpayday.

Genau deshalb braucht New Work keine Feindbilder. Kein jung gegen alt, Hoodie gegen Krawatte. Kein Zukunft machen versus Tradition erhalten. Und insbesondere kein Vagina gegen Penis. Erst wenn wir Unterschiede überwinden, können wir uns stark machen für alles, was New Work uns abverlangt.

Echtes #Fempowerment (abseits des T-Shirt-Feminsimus’) zum Beispiel gelingt nur dann, wenn alle daran teilhaben dürfen. Dann heisst mehr Frauen in Führungspositionen auch, mehr Männer in Teilzeit. Mehr Frauen in Führungspositionen heißt manchmal auch die Neuerfindung oder Mehrbesetzung einer Position. Mehr Frauen in Führungspositionen schafft erweitertes Denken in Infrastrukturen, die über den Einzelfall hinausgehen, familienübergreifend wirken und ganze Kieze beeinflussen. Nämlich dann, wenn Organisationen dem Staat unter die Arme greifen und Kinderbetreuung als Zukunftsstandbein für sich entdecken.

Mehr Frauen in Führungspositionen ist nicht nur Anspruch an, sondern vor allem Resultat und Katalysator von New Work. Und genauso wie es SieEO’s braucht, um den kulturellen Wandel der Arbeit voranzutreiben, braucht es Männer in Elternzeit, alteingesessene Meister und hungrige Talente.

Noch mal: New Work braucht keine Feindbilder. New Work braucht, wie jede Veränderung, ein Miteinander. Vor allem aber braucht New Work nicht den verächtlichen Blick zurück oder den sehnsuchtsvollen in Utopien der Zukunft. New Work braucht beide Beine in der Gegenwart, die den Schritt nach vorne machen.


 

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